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Executive BriefingApril 20255 Min.

Das Executive Cyber Risk Briefing: Was Vorstände wirklich fragen sollten

Die richtigen Fragen im Aufsichtsrat können den Unterschied zwischen reaktivem und proaktivem Risikomanagement machen. Wir liefern den Fragenkatalog.

Warum Vorstände die richtigen Fragen stellen müssen

Cybersicherheit ist Chefsache – das ist inzwischen Konsens. Aber was bedeutet das konkret für die Arbeit in Vorstand und Aufsichtsrat? Viele Leitungsorgane verlassen sich auf Berichte ihrer internen IT- oder Security-Abteilung: Dashboards mit technischen Kennzahlen, Ampelberichte, jährliche Penetrationstest-Ergebnisse. Das Problem: Diese Berichte zeigen, was die interne Security sieht – nicht, was tatsächlich in der externen Bedrohungslandschaft passiert.

Ein effektives Cyber Risk Governance beginnt mit den richtigen Fragen. Nicht technischen Fragen, die den CISO überfordern sollen, sondern strategischen Fragen, die zeigen, ob das Unternehmen wirklich vorbereitet ist.

Der Fragenkatalog für das Board

Zur externen Bedrohungslage:

  • Wissen wir, ob unser Unternehmen oder unsere Lieferanten im Darknet gehandelt werden?
  • Haben wir konkrete Kenntnisse über Ransomware-Gruppen, die Unternehmen unserer Branche aktiv angreifen?
  • Wie schnell würden wir erfahren, wenn ein Phishing-Angriff unter unserem Markennamen läuft?

Zur Lieferkette:

  • Basiert unser Third-Party-Risk-Assessment auf technischen Daten oder auf Fragebögen?
  • Wissen wir, welche unserer Lieferanten bereits kompromittiert sein könnten?
  • Haben wir für unsere kritischsten Lieferanten eine regelmäßige technische Überprüfung?

Zur Reaktionsfähigkeit:

  • Wie lange dauert es, bis wir einen laufenden Angriff bemerken?
  • Was ist unser konkrete Plan für den Fall eines Ransomware-Angriffs?
  • Haben wir die Fähigkeit, aktiv Gegenmaßnahmen einzuleiten – z.B. Phishing-Seiten takedown zu lassen?

Zur Dokumentation und Compliance:

  • Können wir im Ernstfall nachweisen, dass wir angemessene Sicherheitsmaßnahmen ergriffen haben?
  • Sind unsere NIS2- und ggf. DORA-Pflichten vollständig dokumentiert?
  • Hat unser Versicherer klare Anforderungen, die wir erfüllen und nachweisen können?

Was gute Antworten von problematischen unterscheidet

Wenn auf diese Fragen Antworten kommen wie "das prüfen wir bei Gelegenheit" oder "dafür haben wir externe Dienstleister" ohne konkrete Nachweise, ist das ein Warnsignal. Gute Antworten beinhalten spezifische Erkenntnisse, dokumentierte Prozesse und messbare Kennzahlen.

Die Qualität der Antworten ist auch ein Indikator für die tatsächliche Reife der Cybersicherheitsorganisation – und damit für das Haftungsrisiko der Leitungsorgane.

Hinweis: Dieser Artikel dient als allgemeine Orientierung und ersetzt keine individuelle Rechts- oder Sicherheitsberatung.

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