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Executive BriefingFebruar 20255 Min.

Cyber Resilience vs. Cyber Security: Ein wichtiger Unterschied für Entscheider

Viele Unternehmen verwechseln Security mit Resilience. Wir erklären den Unterschied – und warum er für Ihre Governance-Strategie entscheidend ist.

Zwei Konzepte, die oft verwechselt werden

Cyber Security und Cyber Resilience werden oft als Synonyme verwendet. Sie sind es nicht – und der Unterschied ist nicht akademisch, sondern hat unmittelbare Auswirkungen auf Investitionsentscheidungen, Haftungsfragen und die strategische Ausrichtung Ihrer Sicherheitsorganisation.

Cyber Security bezeichnet die Summe aller Maßnahmen, um Systeme, Netzwerke und Daten vor Angriffen zu schützen – Prävention steht im Mittelpunkt. Cyber Resilience ist das übergeordnete Konzept: die Fähigkeit, im Falle eines erfolgreichen Angriffs oder eines Ausfalls kritischer Systeme die wesentlichen Geschäftsprozesse aufrechtzuerhalten oder schnell wiederherzustellen.

Warum Security allein nicht ausreicht

Die Prämisse, auf der reine Security-Strategien basieren, hat eine fatale Schwäche: Sie geht implizit davon aus, dass alle Angriffe verhindert werden können. Das ist illusorisch. Laut verschiedenen Studien schaffen es hochspezialisierte Angreifer in einem signifikanten Anteil der Fälle, in Zielumgebungen einzudringen – selbst bei gut aufgestellten Unternehmen.

Das bedeutet nicht, dass Security-Maßnahmen irrelevant sind – im Gegenteil. Aber eine Organisation, die ausschließlich auf Prävention ausgerichtet ist und keine Resilienz aufgebaut hat, ist wie ein Sicherheitssystem ohne Notfallplan: sehr gut im Normalzustand, aber gefährlich fragil im Ernstfall.

Was echte Resilienz ausmacht

Echte Cyber-Resilienz kombiniert Prävention mit Vorbereitung auf das Unvermeidliche. Konkrete Elemente:

Frühwarnung und schnelle Detektion: Je früher ein Angriff erkannt wird – idealerweise in der Vorbereitungsphase, bevor er überhaupt stattfindet – desto geringer der Schaden. External Threat Intelligence ist hier ein entscheidender Hebel.

Incident Response Kapazität: Ein gut ausgearbeiteter, regelmäßig geübter Plan für den Ernstfall. Wer seinen ersten Ransomware-Angriff ohne vorherige Vorbereitung erlebt, zahlt typischerweise deutlich höhere Kosten.

Business Continuity: Welche Prozesse müssen auch dann weiterlaufen, wenn kritische IT-Systeme ausgefallen sind? Was sind die Alternativen – zumindest für die ersten 72 Stunden?

Recovery-Fähigkeit: Strukturierte Wiederherstellungsprozesse, regelmäßig getestete Backups, und eine klare Priorisierung, welche Systeme zuerst wiederhergestellt werden.

Die Governance-Perspektive

Aus Governance-Perspektive hat der Unterschied zwischen Security und Resilience eine wichtige Konsequenz: Cyber-Resilienz ist messbar und nachweisbar, Security-Investitionen sind es oft weniger. Ein Unternehmen, das nachweislich resilient ist, kann das gegenüber Aufsichtsbehörden, Versicherern und Investoren belegen – ein erheblicher strategischer Vorteil.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung.

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