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Executive BriefingNovember 20245 Min.

Der CISO als Einzelkämpfer: Warum externe Unterstützung strategisch sinnvoll ist

CISOs stehen unter wachsendem Druck durch Regulierung, Bedrohungslandschaft und Ressourcenknappheit. Wie externe Expertise die interne Sicherheitsfunktion stärkt.

Die wachsende Last des modernen CISO

Die Rolle des Chief Information Security Officers hat sich in den letzten Jahren fundamental gewandelt. War der CISO früher primär ein technischer Experte, ist er heute zugleich Risikoberater, Compliance-Manager, Kommunikator gegenüber dem Vorstand und Krisenmanager. Gleichzeitig sind die Anforderungen durch NIS2, DORA und eine sich schnell verändernde Bedrohungslandschaft exponentiell gestiegen.

Das Problem: Kaum ein internes Security-Team kann all das alleine stemmen. Nicht wegen mangelnder Kompetenz, sondern wegen struktureller Grenzen: Zeit, Ressourcen, Zugang zu spezialisierten Datenquellen und die Unmöglichkeit, gleichzeitig nach innen und nach außen zu schauen.

Was interne Teams strukturell nicht können

Interne Security-Teams sind per Definition auf die eigene Infrastruktur fokussiert. Das ist richtig und notwendig – aber es bedeutet, dass externe Ökosysteme naturgemäß unterrepräsentiert sind:

  • Darknet und Criminal Underground: Interne Teams haben in der Regel weder den Zugang noch die operative Präsenz, um effektiv zu überwachen, was dort passiert.
  • Threat Intelligence in Breite: Der Aufbau und die Pflege einer hochwertigen, breit abgedeckten Threat-Intelligence-Basis erfordert spezialisierte Infrastruktur und dedizierte Ressourcen, die sich für einzelne Unternehmen selten rechnen.
  • Brand Monitoring und Takedowns: Phishing-Seiten und Brand-Abuse-Infrastrukturen erfordern schnelles Handeln und etablierte Beziehungen zu Hosting-Providern und Registraren – ein Bereich, der für interne Teams schwer zu besetzen ist.

Was externe Unterstützung leisten kann – und was nicht

Externe Cybersicherheitsdienstleister ersetzen keine internen Kompetenzen – sie ergänzen sie. Der CISO bleibt verantwortlich für die interne Sicherheitsstrategie, die internen Prozesse und die Governance. Was externe Spezialisten einbringen:

Spezialisierter Zugang: Operative Präsenz in Ökosystemen, die intern nicht abgedeckt werden können. Threat-Intelligence-Feeds, die auf gemeinsamen Daten vieler Kunden und langer operativer Erfahrung basieren.

Skalierbare Kapazität: Incident Response oder Takedown-Unterstützung ohne den Aufbau interner Kapazitäten, die 90 % der Zeit leer stehen würden.

Unabhängige Perspektive: Eine externe Einschätzung der Sicherheitslage und Risikoexposition, die dem CISO erlaubt, gegenüber dem Vorstand auf unabhängige Validierung hinzuweisen.

Das richtige Modell für CISOs unter Druck

Das Modell, das wir in der Praxis am häufigsten sehen, funktioniert am besten: Interne Teams für alles innerhalb der Perimeter, externe Spezialisten für alles, was draußen passiert. Klare Eskalationsprozesse, regelmäßige gemeinsame Briefings, und eine dokumentierte Zusammenarbeit, die auch gegenüber Regulatoren und Versicherern belegt werden kann.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Für eine spezifische Beratung zu Ihrer Sicherheitsorganisation stehen wir gerne zur Verfügung.

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